Entgeltersatzleistungen

Datenaustausch
  1. Firmenkunden
  2. Infothek
  3. Meldungen
  4. Entgeltersatzleistungen
Entgeltersatzleistungen, Datenaustausch, Arbeitsentgelts, DTA EEL

Seit 01.01.2018 erfolgt der Datenaustausch für Entgeltersatzleistungen mit der Version 9.

Die Sozialversicherungsträger benötigen Infos über die Höhe des Arbeitsentgelts, um zeitnah und richtig die Entgeltersatzleistungen berechnen zu können. Mit dem "Datenaustausch Entgeltersatzleistungen" (DTA EEL) erfolgt die Übermittlung. Seit 01.01.2018 wird die neue Version 9 des Datensatzes eingesetzt.

Auf Basis der aktuellen Version und deren Erfahrungen der Verfahrensbeteiligten, wurde der Datensatz fortentwickelt.

Das Ziel der neuen Version ist es, die praktische Umsetzung zu verbessern. Die Genehmigung wurde bereits durch die Bundesministerien erteilt. Somit können Sie sich jetzt schon einen Überblick über die zu erwartenden Änderungen verschaffen.

Mehrfachmeldungen möglich

Die Sozialversicherungsträger konnten bisher nur einmal auf einen Datensatz antworten, dies war für den Arbeitgeber oft nicht nachvollziehbar.
Mit der neuen Version wird dies nun angepasst. Weiterhin kann zwar das Verfahren nur vom Arbeitgeber gestartet werden, doch kann der Sozialversicherungsträger jetzt mehrfach darauf antworten.
Vielfältige Veränderungen in den Verfahrensabsprachen z.B. bei Vorerkrankungen können dadurch erfolgen.

Neuer Meldegrund "99" wird eingeführt

Um Veränderungen in der Adressierung durch den Arbeitgeber melden zu können, muss sichergestellt werden, dass die Sozialversicherungsträger die Rückantwort auch korrekt adressieren.
Zukünftig wird hierfür der neue Meldegrund "99" eingeführt. Hintergrund der Meldung ist, dass keine Transparenz darüber vorliegt, mit welchem Abrechnungsprogramm der Arbeitgeber den Arbeitnehmer betreut, wie die Unternehmensstruktur (verschiedene Untergliederungen) gestaltet ist, ob die Entgeltabrechnung ausgegliedert wurde oder gegebenenfalls ein Steuerberater den Arbeitgeber vertritt.
Ändert sich demnach für die Adressierung des Datensatzes relevantes beim Arbeitgeber während des laufenden Entgeltersatzleistungsbezugs seines Arbeitnehmers, ist die "neue Adresse" dem Sozialversicherungsträger per Meldung zu übermitteln.

Ende der Entgeltersatzleistung wird automatisch übermittelt

Durch den Sozialversicherungsträger wird zukünftig das Ende der Entgeltersatzleistung an den Arbeitgeber, wenn die Leistungsdauer (Aussteuerung) endet, gemeldet. Dies gilt auch für die Fallgestaltungen in denen das Mutterschaftsgeld auf zwölf Wochen verlängert wird. Zusätzlich wurde hierfür Grund "06" eingefügt.

Arbeitsentgelt wird weitergewährt: Das bisherige Prognosefeld "AE-Vergleichsnetto" für das weitergewährte Arbeitsentgelt wird mit Version 9 entfallen.
Ob ein beitragspflichtiges Arbeitsentgelt auch während des Entgeltersatzleistungsbezugs gezahlt wird, musste vom Arbeitgeber eingeschätzt werden. Diese Prüfung ist auch weiterhin notwendig, weil dies eventuelle ein Ruhen der Entgeltersatzleistung zur Folge hat, ist bei Vorliegen der Beitragspflicht nunmehr der entsprechende Wert im Feld "WAEHREEL-BRUTTO" zu erfassen.

Neuerfassung Mutterschaftsgeld

Das Mutterschutzgesetzt wurde angepasst, mit dem Ziel die Berechnung von Mutterschutzlohn, Mutterschaftsgeld und Zuschuss zum Mutterschaftsgeld zu vereinheitlichen. Änderungen am Arbeitsentgelt auf das Mutterschaftsgeld wirken sich somit zukünftig ebenfalls aus. Änderungen während des Berechnungszeitraums sind so abzubilden, als wenn sie im gesamten Zeitraum bereits bestanden hätten. Änderungen während der Mutterschutzfristen erfordern eine zweite Meldung des Arbeitgebers, weil auch die Höhe des Mutterschaftsgeldes sich verändert. Der Umfang der betroffenen Meldungen ist jedoch gering, weil das Mutterschaftsgeld auf 13 Euro täglich begrenzt ist und somit nur Veränderung in Fällen mit Arbeitsentgelt unterhalb 13 Euro eine Auswirkung haben.

Vorerkrankungsanfragen werden reduziert

Zukünftig dürfen nur noch Anfragen von den Arbeitgebern an die Krankenkassen versandt werden, wenn die aktuelle Arbeitsunfähigkeit und mindestens eine Vorerkrankung bescheinigt vorliegt. Somit können bürokratischen Belastungen bei allen Beteiligten verringert werden. Wenn alle Krankheiten zusammen schon mindestens 30 Tage umfassen, darf die Anfrage erst ausgelöst werden. Durch dieses Verfahren wird eine Beschleunigung erwartet, da die Menge der Anfragen auf ein tatsächlich notwendiges Maß reduziert wird.

Antwort auf Vorerkrankungen wird neu ausgerichtet

Bisher wurde durch die Krankenkassen der Sachverhalt, mit einer Beurteilung von acht Kennziffern bewertet. Diese Beurteilung der Anrechenbarkeit von Vorerkrankungen führte bisher zu Missverständnissen und zu vielfaches nachfragen der Arbeitgeber. Zukünftig wird jede Vorerkrankung nun getrennt nach Vorliegen des AU-Nachweises und Anrechenbarkeit beurteilt. Liegt der Krankenkasse eine AU-Bescheinigung zur Anfrage noch nicht vor, muss der Arbeitgeber zudem nicht mehr neu anfragen. Die Krankenkassen prüfen automatisch deren Eingang und übermitteln bei Vorlage automatisch das Ergebnis. Ist keine AU-Bescheinigung eingegangen, liegt daher auch keine neue Antwort vor.

Weiterer Ausblick

Auch wenn durch die neue Version des Datensatzes wieder vielfältige Probleme beseitigt werden, so sind auch weiterhin Verbesserungen sinnvoll und notwendig. Von daher wird die neue Version 9 sicherlich nicht die letzte Fassung des Datensatzes gewesen sein.

Zur Startseite