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Gesundheitsmanagement, Gesundheit, Betrieb

Gesund am Arbeitsplatz

 

Fit, kerngesund und leistungsstark – so sieht der ideale Mitarbeiter aus. Die Realität zeigt ein anderes Bild: Rund 2,4 Millionen Erwerbstätige klagen über arbeitsbedingte Gesundheitsbeschwerden. Die Schwenninger Krankenkasse unterstützt deshalb Arbeitgeber und -nehmer dabei, Gesundheit im Berufsalltag zu fördern.

„Beide Arme zur Seite strecken und kleine Kreisbewegungen nach vorne. Gleichmäßiges Ein- und Ausatmen nicht vergessen“, lautet die Übungsanweisung von Sonja Kimmich, Sportwissenschaftlerin und Expertin BGM der Schwenninger Krankenkasse, an die Produktionsmitarbeiter.

Regelmäßig besucht sie das Verpackungsunternehmen Straub Verpackungen in Bräunlingen und gibt den Mitarbeitern Tipps, wie sie Bewegung in ihren Arbeitsalltag integrieren können – eines von zahlreichen Gesundheits-Angeboten für die 500 Mitarbeiter des Familienunternehmens.

In den folgenden Punkten erklären wir Ihnen, wie es in der Praxis bei Straub Verpackungen aussieht:

Seit vielen Jahren arbeitet die Schwenninger eng mit dem Mittelständler zusammen. Sonja Kimmich berät die Führungskräfte und Mitarbeiter bereits seit fünf Jahren bei der Umsetzung des betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM).

Straub Verpackungen gehört zu den Unternehmen, die dieser Verantwortung aktiv nachkommen. Laut einer repräsentativen Umfrage der Initiative „Gesundheit und Arbeit“ führen gerade einmal 36 Prozent der Unternehmen BGM-Maßnahmen durch.

Das ist eindeutig zu wenig“, sagt Kimmich. „Vor allem vor dem Hintergrund, dass Mitarbeiter und Führungskräfte zunehmend über körperliche und psychische Belastungen am Arbeitsplatz klagen.“ So leiden Mitarbeiter in der Produktion oder in Pflegeberufen häufig unter Rücken- und Gelenkschmerzen, weil sie viel und schwer tragen müssen oder weil die Tätigkeit über Stunden hinweg eine statische Körperhaltung erfordert.

Büroangestellte und Führungskräfte sind aufgrund hohen Termindrucks und pausenloser Erreichbarkeit psychischem Stress ausgesetzt. Jeder sechste Krankheitstag hat psychische Ursachen. Das ist laut BKK Bundesverband der Rekordstand in der über 30-jährigen Gesundheitsberichterstattung.

Obwohl Handlungsbedarf besteht, ist BGM und betriebliche Gesundheitsförderung in vielen Unternehmen noch kein fester Bestandteil. „Ein Grund ist mangelnde Kommunikation und fehlende Aufklärung seitens der Chefs und Führungskräfte“, erklärt Kimmich. Infoveranstaltungen oder Aktivitätsangebote empfinden viele Mitarbeiter als zusätzliche Belastung statt als Bereicherung. Zudem werten viele gesundheitsbewusste Empfehlungen von „oben“ als Eingriff in die Privatsphäre.

Und auch Chefs, die selbst nicht mit gutem Beispiel vorangehen, an keinem Angebot teilnehmen und einen ungesunden Lebensstil pflegen, hemmen die Motivation der anderen. Auch Scham wegen körperlicher und gesundheitlicher Schwächen spielt eine Rolle. „Mitarbeiter, die etwa an einem Raucherentwöhnungsprogramm teilnehmen und beim ersten Mal scheitern, fühlen sich womöglich als Versager und geben auf“, so die Expertin BGM.

 

Bei Straub Verpackungen ist das betriebliche Gesundheitsmanagement fest in der Unternehmenskultur verankert. Zu Beginn stand eine Arbeitsplatzbegehung an, bei der Umfeld, Arbeitsmittel und Abläufe analysiert sowie Lösungsansätze erarbeitet und Maßnahmen eingeleitet wurden.

„Viele Mitarbeiter sind sich nicht bewusst, welche Auswirkungen beispielsweise eine einseitige Belastung auf die Gesundheit hat. Dabei gibt es einfache Übungen, um Abwechslung in die monotonen Arbeitsabläufe zu bringen“, erklärt Kimmich. „Kurze, aktive Pausen können weiterhelfen.“ Zu den Maßnahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung bei Straub Verpackungen gehören auch Sportangebote wie Nordic Walking, Laufen oder Aqua Jogging. Zudem werden Seminare und Vorträge zu Burn-Out-Prävention, Raucherentwöhnung oder richtiger Ernährung angeboten.

Innerhalb des „Arbeitskreises Gesundheit“ leitet die gelernte Sportwissenschaftlerin ihre Zirkelteilnehmer – darunter Führungskräfte und Teamleiter – an, ein strukturiertes und nachhaltiges BGM im Unternehmen zu integrieren.

„Die Angebote kommen super bei den Mitarbeitern an. Dafür spricht auch die hohe Beteiligung“, freut sich Viktoria Amann, Personalleiterin bei Straub Verpackungen, über die erfolgreiche Zusammenarbeit. „Das liegt mit Sicherheit auch daran, dass die Geschäftsführung zu 100 Prozent hinter dem Projekt steht. Das Unternehmen hat die enormen Chancen dahinter erkannt.“ Gesunde, vitale Mitarbeiter sind automatisch leistungsstärker, motivierter und versprühen mehr Lebenskraft. Das wirkt sich positiv aufs Betriebsklima aus.

Auch unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten lohnt sich BGM: Entsprechende Maßnahmen sind bis zu 600 Euro pro Arbeitnehmer steuerfrei und der Arbeitgeber erhält zusätzliche Einnahmen durch Bonusregelungen von den Krankenkassen. Zudem bedeuten weniger Krankheitstage der Mitarbeiter geringere Kosten für das Unternehmen.

Tatsächlich entstehen jährlich in deutschen Firmen mehr als 50 Milliarden Euro Kosten durch Krankheiten der Mitarbeiter. Doch das wahrscheinlich wichtigste Argument, Gesundheit im Unternehmen zu fördern und zu leben, liegt auf der Hand: Ein gesunder Körper und Geist machen den Menschen glücklich.

Nähere Informationen finden Sie in unserer BGM-Broschüre. Fragen Sie doch gleich mal nach.

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